Projekte

Projekttag anlässlich des 50. Todestages des ehemaligen Kollegiaten Benno Ohnesorg

veröffentlicht: 12.03.2018

Am 02. Juni 2017 jährt sich der Tag der Erschießung des ehemaligen Kollegiaten Benno Ohnesorgs auf einer Demonstration zum 50. Mal. Aus diesem Anlass führte das Braunschweig-Kolleg am 01. Juni 2017 einen Projekttag durch, in dessen Mittelpunkt die Frage „Jugend, Bildung, Politik – Was bleibt von 1967?“ stand. In zehn Arbeitsgruppen, die aus aktuellen und ehemaligen Kollegiatinnen und Kollegiaten sowie Lehrerinnen und Lehrern bestanden, wurden das Jahr 1967 und seine Nachwirkungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.

Den Anfang machte allerdings die Journalistin und Buchautorin Sabine Pamperrien, die den Projekttag in der Aula mit einem Vortrag eröffnete. Mit Hilfe von Ton- und Bilddokumenten sowie Auszügen aus ihrem Buch „1967. Das Jahr der zwei Sommer“ stimmte sie sehr anschaulich und informativ die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf ihre Workshops ein, die unmittelbar danach stattfanden.

Sabine Pamperrien liest aus ihrem Buch „1967. Das Jahr der zwei Sommer“. Ihrer Meinung nach habe die Jugend in erster Linie gegen den Bildungsnotstand protestiert.

In der Aula des BS-Kollegs, die mit ehemaligen und aktuellen KollegiatInnnen und LehrerInnen voll besetzt war, …

… veranschaulicht sie mit dokumentarischem Filmmaterial den damaligen Konflikt zwischen den Generationen.

In den Workshops hatten dann alle die Gelegenheit, sich in einem der folgenden Projekte intensiv mit einer ganz speziellen Thematik auseinanderzusetzen und die Arbeitsergebnisse am Nachmittag den Gästen und der Schulöffentlichkeit zu präsentieren:

Projekt 1: Zivile Nutzung der Atomkraft 1967: Heilsbringer oder stehende Atombomben?

In den Jahren ab 1960, als der kommerzielle Durchbruch der Kernenergie erfolgte, kam heraus, dass auf die Notkühlung im Falle eines Falles doch kein sicherer Verlass war. Der Begriff „Restrisiko“ wurde geprägt. Damit gilt 1967 als Gründungsjahr der Antiatomkraftbewegung, das Jahr, in dem auch der erste Atommüll in der Asse eingelagert wurde. Die ProjektteilnehmerInnen untersuchten diese und weitere Aspekte. (Bild von der Präsentation)

Projekt 2: Zeitzeugen im Dialog: Erinnerungen an 1967

Die von den KollegiatInnen vorbereiteten Interviews mit Zeitzeugen wurden mit einer Videokamera aufgezeichnet und in der Aula präsentiert. Im Mittelpunkt standen Fragen danach, wie sie den Tag, an dem Benno Ohnesorg erschossen wurde, und die sich anschließenden Studentenproteste erlebt haben. (Bild vom Workshop)

Projekt 3: NS-Eliten in der Bundesrepublik Deutschland

Mit der Bemerkung „Man schüttet kein schmutziges Wasser weg, solange man kein sauberes hat!“ kommentierte Bundskanzler Konrad Adenauer die Reintegration der NS-Eliten in führende Positionen der Verwaltung, Wirtschaft, Justiz und Politik. Die KollegiatInnen recherchierten skandalöse Einzelfälle und bereiteten eine szenische Lesung vor. (Bild von der Präsentation)

Projekt 4: Ohnesorg, Timm und der 2. Juni 2017 – Auf Spurensuche in Berlin

Um Benno Ohnesorg so nah wie möglich zu kommen, waren die WorkshopteilnehmerInnen am Originalschauplatz des 02. Juni 1967, werteten Dokumente aus und unterhielten sich mit MitkollegiatInnen Ohnesorgs. Ihre Arbeitsergebnisse präsentierten sie in einem Vortrag, einer Filmsequenz und einer Lesung. (Bild von der Präsentation)

Projekt 5: The Piper at the Gates of Drawn – Die Musik des Jahres 1967 und die Auswirkungen auf die heutige Jugendkultur

Das Jahr 1967 erwies sich als Initialzündung für die Pop- und Rockmusik, denn wichtige Debütalben erschienen und im Summer of Love fand in Monterey das erste große Festival im Freien statt. Die KollegiatInnen arbeiteten an ausgwählten Musikbeispielen, Songtexten und Videoaufnahmen den Geist dieser Zeit heraus und untersuchten die Auswirkungen auf die Jugendbewegung. (Weiteres Bild vom Workshop)

Projekt 6: 1968 und die Konsequenzen für Feminismus und Genderforschung 

Die Studentenunruhen ab 1968 hatten großen Einfluss auf die sogenannte zweite Welle der Frauenbewegung und die Ausgestaltung feministischer Grundhaltungen. Die sich etablierende Genderforschung führt Grundgedanken dieser Zeit weiter und gibt Anregungen für aktuelle Diskussionen um Diskriminierung und gleichberechtigte Teilhabe in einer freiheitlich demokratischen Grundordnung. In diesem Projekt verschafften sich die TeilnehmerInnen in Textarbeit und Diskussionen Einblicke in das Thema und arbeiteten Konsequenzen für eigene zukünftige Lebensentscheidungen heraus.

Projekt 7: 1967/68 in Braunschweig

Anhand von historischen Zeitungsartikeln, Geschichtsdarstellungen und Zeitzeugen wurde in diesem Projekt erarbeitet, warum in den Jahren 1967/68 auch in Braunschweig die Emotionen sehr hoch schlugen. Dabei bewegten die Stadt nicht nur die Erhöhung der Schwimmbadpreise und der Gewinn der Deutschen Meisterschaft durch die Eintracht, sondern auch die Ermordung Benno Ohnesorgs und die Berliner Studentenproteste fanden großen Widerhall. (Bild von der Präsentation)

Projekt 8: Bürger auf die Barrikaden? – Politisches Engagement heute

In diesem Workshop wurde zunächst auf der Basis wissenschaftlicher Studien ein Überblick über die politischen Aktivitäten junger Menschen 2016/17 gewonnen, bevor in der zweiten Hälfte des Tages das Engagement der Kolleggemeinschaft in den Fokus gestellt wurde. Hierzu entwickelten die ProjektteilnehmerInnen eine Umfrage und führten diese durch, sodass die Motive für politisches Handeln identifiziert werden konnten. (Bild von der Präsentation)

Projekt 9: RAF – Radikalisierung der Bewegung

Hier gingen die KollegiatInnen mit ihren Lehrkäften den Fragen nach, welche Motive die Terroristen der RAF hatten, welche Ziele sie verfolgten und inwiefern man deren Radikalisierung mit heutigen terroristischen Gruppierungen vergleichen kann.

Projekt 10: Bild, Springer und Co. – Die Rolle der Medien

Vor dem Hintergrund der Berichterstattung im Zusammenhang mit der Ermordung Benno Ohnesorgs und den Studentenprotesten wurde hier anhand von historischem Zeitungs- und Zeitschriftenmaterial (z.B. „Bild“ und „Spiegel“) untersucht, wie sehr die damaligen Medien versucht haben, die Meinungsbildung zu beeinflussen und inwiefern ihnen dies auch tatsächlich gelungen ist. Ein aktueller Bezug zur Rolle der heutigen Medien bei der Entstehung von „fake news“ drängte sich dabei natürlich auf. (Bild von der Präsentation)

 

Im Anschluss an die sehr abwechslungsreiche Vorstellung der Projektergebnisse las der Bürgermeister Dr. Blöcker Auszüge aus dem Roman „Der Freund und der Fremde“ vor, in dem der Autor Uwe Timm sich an seinen Freund und Mitkollegiaten Benno Ohnesorg erinnert, und versetzte das Publikum in eine nachdenkliche Atmosphäre.

Der Bürgermeister Dr. Blöcker appellierte während seine Lesung im Sinne der 68er-Generation auch heute noch Autoritäten in Frage zu stellen und sich couragiert gegen die Diskriminierung Andersdenkender aufzulehnen.

Den vorläufigen Schluss des Projekttages, der vom Förderverein des Braunschweig-Kollegs gefördert wurde, bildete die Einweihung einer Gedenktafel vor dem Braunschweig-Kolleg durch Dr. Blöcker und den Schulleiter des Braunschweig-Kollegs und Abendgymnasiums Herr Hausmann.

Der Bürgermeister Dr. Blöcker (r.) mit Herrn Hausmann, dem Schulleiter des Braunschweig-Kollegs und Abendgymnasiums, bei der Einweihung der Gedenktafel vor dem Haupteingang.

 

Zahlreiche ehemalige MitkollegiatInnen Benno Ohnesorgs nahmen den Projekttag zum Anlass, mit dem Schulleiter, den LehrerInnen und KollegiatInnen ins Gespräch zu kommen und …

… sich über die Projektergebnisse zu informieren.

Danach nutzten viele Anwesende das Angebot des Cafeteria-Teams, beim gemeinsamen Grillen über die 68er-Generation und ihre Nachwirkung bis zum heutigen Tag zu diskutieren.

Author: redakteur

„Schule rockt!“ – Die Projektwoche 2015 am Braunschweig-Kolleg

veröffentlicht: 11.03.2018

Von Montag, dem 13. Juli, bis Freitag, dem 17. Juli 2015, führten die Kollegiatinnen und Kollegiaten des Braunschweig-Kollegs eine Projektwoche durch. Von der Themenfindung über die Durchführung der Projekte bis hin zur abschließenden Präsentation der Arbeitsergebnisse lag dabei alles in ihrer Hand. Einen kleinen Eindruck über die abwechslungsreiche Vielfalt der Interessen, das außergewöhnlich hohe Engagement der Projektgruppen, die große Qualität der Arbeitsergebnisse und vor allem über die Begeisterung, mit der sich alle gemeinsam einem selbst gewähltem Ziel widmeten, geben die nachfolgenden Informationen und Impressionen über die einzelnen Projekte:

Projekt: Geschichte hautnah – Repressionen in der DDR

„Viele kleine Leute die in vielen kleinen Orten viele kleine Dinge tun, können das Gesicht der Welt verändern“ – Afrikanische Weisheit

In Berlin sind wir in die Zeit politischer Repression eingetaucht und haben uns mit dem Umgang des Systems mit den Menschen in der ehemaligen DDR auseinandergesetzt. „Geschichte hautnah“ zu erleben beeindruckte und rückte in Erinnerung, dass man für seine Ziele und Wertvorstellungen kämpfen sollte!

 

Projekt: Schizophrenie und andere psychische Erkrankungen

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Wir haben dieses Projekt ins Leben gerufen, weil psychische Erkrankungen in der heutigen Zeit immer häufiger auftreten und es sowohl aus medizinischer Sicht als auch aus psychologischer Sicht spannende Phänomene gibt, die wir in dieser Woche betrachten konnten. Neben der Schizophrenie haben wir uns auch mit der Depression, der PTBS und der dissoziativen Identitätsstörung beschäftigt. Unsere Ergebnisse haben wir auf Plakaten und Flyern präsentiert. Unsere Gruppe hat sehr intensiv gearbeitet und es war wirklich sehr schön, einmal Zeit zu haben, sich mit selbst gewählten Themen intensiv auseinanderzusetzen.

 

Projekt: Rivalitäten im Fußball

Rivalitäten im Fußball

Einen Höhepunkt der Projektwoche zu dem Thema „Rivalitäten im Fußball“ stellte der Besuch der Fanbeauftragten von Eintracht Braunschweig, Erik Lieberknecht und Nils Burgdorf, und dem Vfl Wolfburg, Holger Ballwanz, dar. In sehr angenehmer Atmosphäre hatten die Kollegiatinnen und Kollegiaten die einmalige Möglichkeit, aus erster Hand vieles darüber zu erfahren, welche Rolle die Rivalität im Fußball unter den Fans spielt, vor welchen Herausforderungen sich die Vereine dabei gestellt sehen und mit welchen Maßnahmen versucht wird, die Gewalt aus den Stadien zu verbannen.

 

Projekt: Comic im Kollektiv

 KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

Wir haben gezeichnet, gelacht und gedacht. Doch kaum einer von uns hatte eine Vorstellung davon, wie zeitintensiv und anstrengend es ist, einen Comic zu erstellen. Was im Großen geplant war, wurde innerhalb einer Woche bis auf das Wesentliche gekürzt. So tragen wir diese wunderbare Erfahrung in Form einer schönen Erinnerung mit uns weiter. Wenn man von vielen (!) Störfaktoren von Außen absieht, hatten wir als Gruppe eine harmonische Welt geschaffen, in der wir uns wohlfühlten und uns natürlich austauschten über unser gemeinsames Hobby. Alles unter dem Motto: ,,#cool#fresh# supersexy“!
Der krönende Abschluss führte uns zu einem sehr informativen Rundgang in die Hochschule für Bildende Kunst und zeigte uns noch einmal intensiv, wie ein Kunststudium vonstatten geht. So machte sich jeder am Ende der Woche noch einmal Gedanken über die Kunst und ihre breitgefächerte Welt.

 

Projekt: Kulinarische Rundreise durch Europa

Kulinarische Reise2

In unserer Gruppe „Kulinarische Rundreise durch Europa“ haben wir uns bewusst mit Ländern und Gerichten beschäftigt, die für uns eher nicht alltäglich sind (also keine Pizza, Spaghetti etc.). Außerdem sollte das Essen gesund und ausgewogen sein. Unsere Gruppe haben wir in vier Teams aufgeteilt. An vier Tagen der Woche war jeweils eine Gruppe für Rezept, Organisation, inkl. Einkauf und Umsetzung zuständig. Zudem war es uns sehr wichtig, ein landestypisches Gericht zu kochen. Entschieden haben wir uns für Frankreich, Sizilien, Russland und die Türkei. Unsere Rezepte sind für alle frei zugänglich unter iserv/dateien/gruppen/public hinterlegt. Viel Spaß beim Nachkochen und Genießen!

 

Projekt: Kreatives Schreiben

P1040774

Konstruktive Kritik konnte keinen kreativen Kopf kleinkriegen
Realitätsverluste rasten ruhelos reihum
Enthusiasmus entwickelte eigene Erfolgsgeschichten
Alle arbeiteten artig, alles artete aus
Tee traf Talente
Interessante Ideen inspirierten immerzu
Vage Vorstellungen versprachen viel
Empathie ermöglichte eindrucksvolle Einblicke
Schreiben schuf Selbstvertrauen
 
Schöpferische Stifte schrieben schnell Schauergeschichten
Club chaotischer Charaktere campierte im Kolleg
Helden hielten Hof
Romantische Rabauken reisten risikoreich
Einige Elemente entwickelten ein Eigenleben
Intuitive Impulse inszenierten Irrwitziges
Blöde Blockaden blieben beiseite
Erfundene Existenzen entfachten Ekstase
Närrische Neologismen nährten Neugier

 

Projekt: Der seltsame Fall des Edward Snowden

KONICA MINOLTA DIGITAL CAMERA

 

Projekt: Romantik, Märchen, H. Heine

Harzreise4

 

Projekt: Work-Life-Balance

Work-Life-Balance

 

Projekt: Keine Angst vor Referaten

 

Projekt: Wölfe in Deutschland

 

Projekt: Entstehung und Zerstörung von Schwingungen und Wellen

 

Projekt: Regenerative Energien

 

Projekt: Astronomie

 

Author: redakteur